Mein erster eigener Bauernhof war ungefähr einen halben Quadratmeter groß und stand auf meinem Schreibtisch. Für mich war klar: „Das ist mein Ding!“.
Bereits im Alter von sechs Jahren band ich Halfter aus Nähgarn und bastelte Sättel aus Lederstücken für meine Schleich-Figuren. Auf dem Hof lebten in meiner Vorstellung hauptsächlich Hühner, Hunde, Kühe und Pferde. Heute, 53 Jahre später, ist aus dem Kindertraum Realität geworden. Zusammen mit meinen Islandpferden Brandur und Fjalar, Kater Zorro sowie den Widderkaninchen Da Vinci und Pumschu lebe ich in Katzenelnbogen.
Die Physiotherapie begleitet mich, seit ich mit meiner eigenen Tochter an die Grenzen des Systems stieß und mich deswegen nach Möglichkeiten umsah, meinem Kind zu helfen. Auf dieser Reise habe ich mich intensiv mit verschiedenen Therapiemaßnahmen befasst.
2005 begegnete ich den Islandpferden und lernte ihre besondere Eignung für die Hippotherapie zu schätzen. Von Anfang an faszinierte mich, welch positiven Einfluss die Islandpferde und die Hippotherapie auf die Patientinnen und Patienten hatten. Nicht nur körperliche Verbesserungen zeigten sich meist bereits nach wenigen Einheiten, auch mentale Veränderungen wurden sichtbar.
Bereits ein Jahr später war ich stolze Besitzerin von Islandpferd Gimír. Ich begann als Pferdeführerin in der Hippotherapie zu arbeiten und übernahm die Therapieassistenz bei der Reittherapie.
Im Laufe der Zeit eignete ich mir ein fundiertes Wissen an zum Umgang mit Pferden. Außerdem lernte ich intensiv die verschiedenen physischen und psychischen Krankheitsbilder der Klientinnen und Klienten kennen, die ich begleiten durfte. Neben dem Basispass Pferdekunde, dem Sachkundenachweis Pferdehaltung und dem Longierabzeichen absolvierte ich von 2015 bis 2016 eine Ausbildung zur Zertifizierten Fachkraft für tiergestützte Therapie, Pädagogik und Förderung (ITAT).
Achtsamkeit hat für mich den höchsten Stellenwert in der tiergestützten Intervention. Nur wenn Mensch und Tier sich gegenseitig ganzheitlich wahrnehmen, ist es möglich, vorhandene Ressourcen beider Partner zu entdecken, sinnvoll zu nutzen und Schritt für Schritt zu erweitern.
Qualifikation
Alle Pferde sind für die tiergestützte Intervention speziell ausgebildet worden.
Sie genießen zwischen den Interventionen jede Menge Freizeit und befinden sich wie die zweibeinigen Therapeuten fortlaufend im Training.
Fjalar, *28.06.1995
Fjalar ist ein Islandpferdewallach. Sein Charakter ist sehr ausgeglichen, eine gute Mischung aus introvertiert und extrovertiert. Im Gelände sowie auf dem Reitplatz ist er von Jedermann gut zu reiten.
Fjalar wirkt positiv auf Klienten, die innerlich unruhig und unausgeglichen sind. Er lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und überträgt dies auf sein Gegenüber.
Brandur vom Sommerberg, *02.07.2003
Brandur ist ebenfalls ein Islandpferdewallach. Sein Charakter ist eher dominant. Brandur nimmt gerne Kontakt auf, daher braucht er eine klare Körpersprache und eindeutige Grenzen. Er lernt schnell und braucht viel Abwechslung, da ihm ansonsten langweilig wird.
Brandur eignet sich für Klienten, die ein vermindertes Selbstwertgefühl bzw. Selbstbewusstsein haben und beides stärken möchten.
Gýmir von der Moorenmühle, *15.07.2020
Gýmir ist ein eher zurückhaltendes Islandpferde-Fohlen. Er wächst mit seiner Mutter sowie vielen Kumpels auf und lernt gerade fleißig das Fohlen-ABC.
Da Vinci, *18.05.2018
Da Vinci ist ein Widderkaninchen und unser tierischer Werkzeugvernichter. Vor allem die Mistschippe hat er zum Fressen gern.
Zorro, *31.08.2005
Zorro ist ein Europäisch-Kurzhaar-Kater. Er ist sehr ängstlich und sensibel. Sein Lieblingsplatz ist der Bürostuhl.
Pumschu, *18.05.2018
Widderkaninchen Pumschu ist der Bruder von Da Vinci. Er lässt sich nicht gern anfassen und bringt dadurch allen Geduld sowie Gelassenheit bei.